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"Es kam über Nacht... warum?" - ein Erfahrungsbericht von Eva

Gastartikel von Eva

Mit 3 Jahren habe ich die erste Brille bekommen, im Alter von ca. 4-5 Jahren hatte ich dann eine OP am linken Auge, aufgrund von Schielen (Schielwinkel konnte damit fast komplett behoben werden). 

 

Im Alter von ca. 15 Jahren fing ich dann an weiche Monatskontaktlinsen zu tragen, ich hab diese immer sehr gut vertragen, meistens hatte ich meine Brille ab und an nur noch am Wochenende auf.

 

Da eine Freundin von mir im Augen Medizinversorgungszentrum gearbeitet hat, kam ich auf die LASIK OP, nach einigen Untersuchungen, ob ich geeignet dafür wäre, war es dann im Juli 2012 soweit und ich wurde im Alter von 21 Jahren gelasert.

 

Danach war es wie ein neues Leben für mich, ich hatte vorher + und - Werte an beiden Augen (Weit- und Kurzsichtig) und hatte eine Hornhautverkrümmung zwischen 2,5-3,25.

Nach der Lasik OP lag mein Sehvermögen bei 100% und ich war seitdem überglücklich mit meinen Augen.

Der Beginn der Trockenen Augen...

Seit Oktober letzten Jahres fing es dann bei mir an, dass ich eine Sehverschlechterung auf dem rechten Auge bemerkt hatte (was immer mein "besseres" Auge war). Ich bin zum Augenarzt und er hat festgestellt, dass auf beiden Augen die Lipidschicht komplett abgetragen ist und die Hornhaut wird deshalb nicht richtig befeuchtet, deshalb sehe ich teilweise verschwommen.

 

Wir haben dann verschiedene Tests gemacht, ob es ggf. an meinen Schielen von damals als Kind lag oder ob meine Sehstärke zurückgegangen ist, ich war also in der Sehschule etc. Aber alle evtl. Vermutungen konnten ausgeschlossen werden, alles war gut. Meine Augen sind an sich auch gesund bis auf die Trockenheit (keine Lidrandentzündung und auch das Wichtigste die Netzhaut ist i.O.). 

 

Mit Tränenersatzmitteln hab ich das nicht in den Griff bekommen und bin dann wieder zum Augenarzt und er hat mir Ikervis verschrieben, diese nehme ich nun seit  06.11.2018. Zusätzlich war ich bei meinem Hausarzt und habe mir Blut nehmen lassen, dass er feststellen kann, ob es in meinem Körper irgendwo eine Entzündung o.ä. gibt, aber Gott sei Dank war alles i.O. 

 

Seitdem habe ich sämtliche Tropfen und Gels ausgetestet, ich hab sie alle mal fotografisch festgehalten, dass ich weiß, was ich überhaupt schon genommen habe und welche davon gut oder nicht so gut waren:

verschiedene Augentropfen

Ich habe mir auch den ganzen Krankheitsverlauf und die Ärztebesuche aufgeschrieben, dass ich genau weiß, wie sich alles bessert oder verschlechtert.

Auf der Arbeit habe ich mir mit einer Sondergenehmigung seit Dezember 2018 einen Luftbefeuchter für das Büro geben lassen.

 

Im April 2019 bin ich dann zu einen Optiker und wollte mich mal nach der PC Brille mit Blaufilter umhören, der Optiker hat meine Augen ausgemessen und meinte ganz klar Hornhautverkümmung, deshalb auch das verschwommene Sehen (links 0,25, rechts 0,75). Ich stand also wieder mal zwischen den Stühlen, weil ich nicht mehr wusste, wen ich eigentlich noch glauben sollte.

 

Damit bin ich dann zum Augenarzt er meinte, dass ein Optiker von dem Krankheitsbild Trockene Augen nichts weiß und nun alles auf die minimale Hornhautverkrümmung schiebt. Bei meinen Werten verschreibt er mir sicher keine Brille, weil ich 100% Sehkraft habe, aber ich soll die Brille auf der Arbeit am PC gerne mal probieren, ob sie mir gut tut (ich hatte nämlich immer wieder Migräneähnliche Kopfschmerzattacken).

 

Seit Ende Mai 2019 trage ich nun jeden Tag meine PC Brille mit Blaufilter auf der Arbeit (die minimalen Werte der Hornhautverkrümmung sind mit eingeschliffen) und das Fazit ist, die Brille tut mir sehr gut, was das Anstrengen der Augen betrifft. Allerdings, wie der Augenarzt schon sagte, wird die Brille ja nichts an der trockenen Hornhaut ändern, die ich noch habe. Stimmt, meine Augen sind weiterhin trocken, aber die Kopfschmerzen haben definitiv nachgelassen (zudem ist doch eine Brille mittlerweile ein Mode Accessoire).

 

Seit der Diagnose gehe ich alle 3 Monate zu meinem Augenarzt und er kontrolliert dann die Augen, er meinte es gäbe momentan keine bessere Behandlung als die Ikervis und er hat sicher noch ca. 50 andere Patienten mit denselben Symptomen (Kopfweh, Müdigkeit etc.). Mir fällt es halt auch beim Autofahren sehr auf, weil sich die Augen da ja ständig auf fast einen Punkt (gerade aus) konzentrieren müssen und der Arzt meinte, das sind die Symptome bei mir, wie sie im Buche stehen.

 

Es ist abhängig vom Menschen, bei vielen kann es nach Monaten besser sein, bei anderen dauert es Jahre, bis sich der Tränenfilm wieder regeneriert.

 

Und gerade ich, habe ja Geduld ohne Ende.

Gib niemals auf!

Ich habe mir dann natürlich Vorwürfe gemacht, war die Lasik OP Schuld daran? Was habe ich falsch gemacht, warum kam es überhaupt soweit?

 

Der Augenarzt meinte, dass es auch Menschen haben, die nie eine Sehschwäche hatten oder die auch keine LASIK OP hatten, das hat damit nichts als Auslöser zu tun. Die Lasik OP kann sicher auch zur Folge haben, dass die Augen trockener sind, die OP spielt sicher mit rein, aber ist jetzt nach Jahren nicht der direkte Auslöser.

 

Seitdem ich mich mit dem Thema trockene Augen "rumkämpfen" muss hatte ich schon viele psychisch schlechte Tage dabei. Das bei mir durch die Trockenheit verschwommene Sehen macht einen wirklich kirre. Einen Tag ist es mal viel besser (fast weg) und dann gibt es Tage, wo es echt schlimm ist und man hat einfach nur Angst, dass es nie mehr weg geht.

 

Die Augen sind das Wichtigste was ein Mensch besitzt. Man sieht ja auch von außen nichts an den Augen (Rötung etc.), es ist somit auch schwer für meine Familie und Freunde es nachzuvollziehen. Aber wenn man aufwacht und wird gleich mit dem Problem konfrontiert, weil die Augen sich anfühlen, als hätte man schon 8 Stunden gearbeitet, da hat man manchmal nicht mal Lust aufzustehen.

 

Ich probiere immer wieder mich aufzubauen und mir zuzureden, dass alles gut wird, es eben Zeit braucht. Was ich schon im Internet alles zu dem Thema gelesen habe, puuhhh, eigentlich soll man das ja nicht, da steht zu viel schlechtes drin, aber ich kannte das Thema trockene Augen nicht und wollte einfach mehr darüber wissen.

 

Die Seite von Florian gab mir viele Tipps und auch er selber, hört sich blöd an, aber es ist schön zu wissen, dass es auch andere Menschen mit denselben Leiden gibt.

Ich hoffe so sehr, dass sich alles zum Positiven wendet, es könnte natürlich viel schlimmer sein (Lidrandentzündung, Fremdkörpergefühl etc.), aber es könnte auch einfach alles wieder gut sein.

 

Diese "Krankheit" hat mich wieder gelehrt, die Augen sind wirklich das Allerwichtigste.

 

Vielleicht kann ich in ein paar Monaten einen Folgebericht schreiben und euch mitteilen, wie es mir dann geht. Ich hoffe natürlich ich komme mit guten Neuigkeiten.

Tageserkenntnis

Zu wissen, dass man nicht alleine mit den Problemen ist, beruhigt einen sehr. Man darf nie vergessen, es gibt trotzdem viel Schlimmeres als trockene Augen. Man darf den Mut nicht verlieren und muss einfach weiter kämpfen. Auf die Frage warum ich? - gibt dir sowieso keiner eine Antwort!  

 

"Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest."

 

 

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